Maklerin haftet für Falschberatung

Diese Woche beschäftigt uns leider erneut ein Gerichtsurteil. Streitthema waren wieder falsch beantwortete Gesundheitsfragen. Im konkreten Fall löste die Versicherungsgesellschaft den Vertrag auf, da sie sich vom Versicherten arglistig getäuscht fühlte. Schuld daran soll aber nicht der Versicherte selbst sein, sondern die Maklerin, die bei Abschluss beraten hat.

Maklerin riet Vorerkrankungen zu verschweigen

2006 schloss ein Mann eine Risikolebensversicherung ab. Beim Abschluss der Police verschwieg er jedoch, dass er bereits an psychosomatischen Störungen litt. Dies tat er nicht aus eigenen Stücken, sondern folgte damit dem Rat seiner Maklerin: Sie war scheinbar der Überzeugung, dass es nicht nötig sei, diese Vorerkrankungen im Antrag zu erwähnen. Wenn dem so sein sollte, ein krasser Fall von Fehlberatung.

Die Versicherung brachte die Krankengeschichte des Mannes in Erfahrung und focht den Vertrag wirksam an. In der Folge verklagte die Ehefrau des Mannes die Maklerin auf Schadensersatz. Schließlich hat diese dem Ehemann explizit empfohlen, die Erkrankungen nicht zu nennen.

In seiner Entscheidung stellte der Bundesgerichtshof nun klar, dass allein die Anfechtung des Versicherers noch kein Beweis dafür sei, dass der Versicherungsvertrag bei korrekt beantworteten Fragen nie zustande gekommen wäre.

Falsche Beratung führt zu Schadensersatzanspruch

Dem Versicherten ist also ein Schaden entstanden, der auf der Falschberatung der Maklerin fuße und diese dafür haften müsse. Beim Oberlandesgericht Bamberg, der Vorinstanz, muss nun entschieden werden, welchen weiteren Verlauf der Fall nimmt.

Doch nicht immer wird zugunsten der Verbraucher entschieden. In einem Fall aus dem Jahre 2007 bekam der Makler Recht.

Zu den Motiven der Maklerin, dem Ehemann zu einer Verletzung seiner vorvertraglichen Anzeigepflicht zu raten, können wir nur spekulieren. Scheinbar spielten der Abschluss und die damit verbundene Provisionszahlung eine größere Rolle für sie, als die kompetente Beratung des Kunden.

Sicherer Schutz nur mit vollständig beantworteten Gesundheitsfragen

Wie auch im letzten Beitrag weisen wir erneut darauf hin, dass korrekt beantwortete Gesundheitsfragen für einen sicheren Versicherungsschutz essenziell sind. Wenn Sie sich unsicher sind, weshalb Sie in den letzten Jahren in Behandlung waren, bitten Sie Ihren Arzt um Einsicht in Ihre Patientenakte.

Wir kontrollieren unsere Berater

Objektive Beratung in Versicherungsfragen, nach dieser Maxime gestalten wir und unsere über 2000 TÜV-geprüften Berater unseren Service. Wenn Sie eine Vergleichsanfrage über risikolebensversicherung.de stellen, sorgt unser System dafür, dass Ihnen ein Experte für die Absicherung biometrischer Risiken hilft. Zudem haben unsere Kunden die Möglichkeit, unser Angebot auf verschiedenen Wegen zu bewerten: zum einen über das unabhängige Bewertungsportal Trustpilot, zum anderen über unser internes Bewertungssystem für Berater.

Das beste Mittel gegen eine Fehl- oder Falschberatung ist ein mündiger, aufgeklärter Kunde. Mit dem Fachportal risikolebensversicherung.de versuchen wir, einen Beitrag dazu zu leisten. Ferner finden Sie in der deutschen Wikipedia einen einführenden Artikel zum Thema Beratungshaftung. Weitere Tipps für Verbraucher in puncto Falschberatung finden sich auf dem GELDidee Blog. Beispiele für Falschberatung in der Finanz- und Versicherungswirtschaft finden sich bei versicherungsbote.de.

Zur Meldung bei Wirtschaftswoche
Der Fall auf rechtslupe.de