Garantiezinssenkung: Auch Risikolebensversicherungen werden 2015 teurer

Der Garantiezins bestimmt die Verzinsung des Kapitalstockes einer Versicherung

Zum 01. Januar 2015 wird der Garantiezins auf einen neuen Tiefststand abgesenkt: Ab dem neuen Jahr gilt für Neuverträge ein Höchstrechnungszins von 1,25 Prozent. Zwar ist dies in erster Linie für Neuverträge bei der Lebensversicherung relevant, jedoch sind auch die Bruttobeiträge bei der Risikolebensversicherung betroffen. Experten rechnen mit Preissteigerungen von fünf bis zehn Prozent.

Der Garantiezins bei Risikolebensversicherungen

„Eine Risikolebensversicherung ist doch keine Altersvorsorge! Welche Rolle sollte also der Garantiezins bei der Preisgestaltung spielen?“ Die Antwort findet sich in der Unterscheidung von Brutto- und Nettobeitrag. Der Bruttobeitrag errechnet sich aus den Verwaltungskosten und dem Risikoanteil. Mit dem Risikoanteil kalkuliert der Versicherer, wie viele Auszahlungen aufgrund von Todesfällen notwendig sein könnten.

Sterben weniger Versicherte als kalkuliert und arbeitet die Versicherung kosteneffizient, werden Überschüsse erwirtschaftet. Diese Überschüsse gelangen in den Kapitalstock der Versicherung, wo sie mit dem Garantiezins verzinst werden. Wird dieser abgesenkt, heben die Gesellschaften zum Ausgleich den Bruttobeitrag an. Die Folge: Für Neukunden wird die Risikolebensversicherung ab 2015 teurer.

Risikolebensversicherung: Ab 2015 höhere Bruttobeiträge

Versicherungen sind dazu verpflichtet, Überschüsse an ihre Kunden auszuzahlen. In vielen Fällen gibt es die Überschussbeteiligung in zwei Varianten. Beim Sofortrabatt werden die Überschüsse sofort dazu verwendet, um den monatlichen Beitrag zu senken. Beim Todesfallbonus werden die Überschüsse mit in die Versicherungssumme kalkuliert. In der Folge kann diese steigen.

Verbraucher, die eh planen einen Hinterbliebenenschutz abzuschließen, sollten deshalb nicht bis zum neuen Jahr warten. Alte Verträge genießen nämlich einen Bestandsschutz, sodass Sie der Garantiezinssenkung entspannt entgegen sehen können.

Verhindern Sie einen überteuerten Versicherungsschutz

Zwischen den Anbietern gibt es allerdings große Preisunterschiede. Stiftung Warentest konnte im letzten großen Risikolebensversicherung Test Differenzen von mehreren Hundert Euro ermitteln. Diese Mehrkosten sollten Sie als Verbraucher nicht akzeptieren, weshalb wir Ihnen an dieser Stelle das Gespräch mit einem unserer Versicherungsexperten nahelegen. So haben Sie die Möglichkeit aus mehreren unverbindlichen Angeboten, das Beste auszuwählen.

Wie eingangs bereits erwähnt, ist nicht nur die Risikolebensversicherung von der Garantiezinssenkung betroffen. Berücksichtigen Sie allerdings, dass nur Neuverträge von den Änderungen betroffen sind. Altverträge genießen Bestandsschutz.

Weitere betroffene Versicherungen

  • Altersvorsorge: Wer einen kapitalgebundenen Tarif abschließt, wie bei der Riester-Rente oder einer Rürup-Rente mit Beitragsgarantie muss eine geringere Rendite in Kauf nehmen.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Ähnlich wie bei der Risikolebensversicherung werden Beitragssteigerungen um die zehn Prozent erwartet.
  • Sterbegeldversicherung: Beitragserhöhungen von 15 Prozent sind möglich.

Hier erfahren Sie mehr zur sinnvollen Kombination von Risikolebensversicherungen mit Zusatzversicherung.